Personalisiert in die Zukunft

Flexibilität bei ADA International: zwei Jahre Praxis-Erfahrung

Wer häufiger in Hotels übernachtet, hat höchstwahrscheinlich bereits ADA Kosmetikprodukte angewendet. Ohne dass sich diese zu erkennen gäben, denn die Label- und Produktvielfalt ist beinahe so groß wie die Auswahl an Hotels. Seit zwei Jahren betreibt der Hersteller mit Sitz in Kehl eine Anlage von Optima.

Der Wettbewerb für Hotelkosmetika ist einerseits gekennzeichnet durch mittelständische Anbieter aus Europa. Zu denen zählt auch ADA, die vor allem durch Qualität und Service punkten. Andererseits sorgen diverse asiatische Unternehmen für hohen Preisdruck. Auf der Kundenseite zeigt sich ein ebenso heterogenes Bild: Zum einen die großen Hotelketten, die immense Stückzahlen einkaufen. Hier müsse mit Viertel- und Achtel-Cent-Beträgen kalkuliert werden, sagt ADA International CPO Torsten Peschel. Und das trotz großer Produktvielfalt pro Auftrag, denn der kann sich splitten in diverse Hotel-Marken eines Konzerns, in „Lokalkolorit“ oder Zimmerkategorien mit jeweils verschiedenen Inhalts- und Duftstoffen in den Produkten.Und natürlich unterscheiden sich auch die Behältnisse.
 
"Damit ADA International erfolgreich sein kann, muss die Anlage den Besonderheiten dieses Markts entsprechen."
Torsten Peschel (Chief Production Officer bei ADA International)

Große Düfte, vielfältiges Design

Bei den inhabergeführten Hotels, von denen viele in den Alpenländern beheimatet sind, steht viel mehr das Besondere im Vordergrund: Zum Beispiel ein Duft, der an nahe Kiefern-Wälder erinnert und speziell für den Kunden kreiert wird. Erst ein individuelles Verpackungsdesign – Form, Verschlusstyp, Grafik – vervollständigt solch ein charakteristisches Konzept. ADA International beschäftigt mehrere Grafiker, die sichhauptsächlich diesen Design-Aufgaben widmen. Lizenzierte Produkte von großen, international bekannten Düften und Couturiers sind ein weiterer wichtiger Bestandteil des ADA-Angebots für Hoteliers. Der Spezialist ist auch als Lohnhersteller aktiv und bietet zudem Eigenmarken aus einem umfangreichen Katalog. Daraus ergibt sich – man ahnt es bereits – eine immense Produktvielfalt bei zum Teil sehr kleinen Losgrößen und gleichzeitig starkem Kostendruck. Was man dagegen weniger vermutet, sind Modetrends bei den Behältnistypen. Torsten Peschel berichtet, dass derzeit häufig Tuben gefragt seien. Das könne sich aber wieder ändern. Wie sieht nun eine Anlage aus, die hauptsächlich durch Aufträge von wenigen Großkunden ausgelastet ist, die diese immer wieder neu ausschreiben? Eine Anlage, die dennoch kleinserien-fähig sein muss? Möglichst flexibel muss sie sein, das steht fest. Aber auch die Leistung und die hohe Füllgenauigkeit müssen überzeugen. Idealerweise darf die Anlage nur wenig Personal binden. Sie muss autark und mit wenig „Betreuungsaufwand“ möglichst lange produzieren. Idealerweise sollte sie unterschiedliche Behältnistypen verarbeiten können und sich an künftige Anforderungen einfach anpassen lassen.
Aus dem Magazin entnimmt ein Roboter…
Aus dem Magazin entnimmt ein Roboter…
…pro Takt 16 Tuben und setzt diese…
…pro Takt 16 Tuben und setzt diese…
…in zwei Schritten in Transportbecher ein.
…in zwei Schritten in Transportbecher ein.

Kartons im Aufzug

Entsprechend ausgefallen präsentiert sich das Anlagenkonzept von Optima: Optisch auffallend ist ein Aufzug mit Vorratsspeicher für die leeren Behältnisse. Die Anlagenbediener setzen unten geöffnete Kartons mit darin stehenden Behältnissen in den Aufzug ein. Alles Weitere übernimmt ein Roboter, der die Behältnisse entnimmt, in Transportbecher einsetzt und somit in den Verarbeitungsprozess einführt.

Mit dem automatisierten Vorratsspeicher läuft die Anlage etwa eine halbe Stunde autark, bevor Kartons nachgeladen werden müssen, erklärt Torsten Peschel. Er hält den Aufzug für „essentiell“ für das gesamte Anlagenkonzept: „Ohne diesen wäre es hinfällig.“ Nicht weniger wichtig ist die Clean-in-place-Reinigung (CIP) der Anlage. Einerseits um den hohen hygienischen Anforderungen der Produkte gerecht zu werden: Produkt ausspülen, desinfizieren und die Desinfektion ausspülen. Andererseits um viel Zeit und Personalressourcen im Vergleich zur manuellen Reinigung einzusparen. Zudem kann die Spülfunktion schon während der Produktion in Vorlauf gehen. Nach einer Anlagenoptimierung werden die Transportpucks noch während des CIP-Vorgangs gewechselt. Eingriffe in den Füllbereich sind dabei vorschriftsgemäß nicht möglich. 

Flexibilität heißt letztendlich, die produktive Zeit unter allen Umständen zu maximieren. Beim Formatwechsel stoppt die Uhr nach etwa 40 Minuten, um ein anderes Produkt fahren zu können. Ein Knopfdruck genügt, und das elektronische MDM-Dosiersystem verarbeitet Duschgel, Cremes, Shampoos, Conditioner oder Bodylotion “extrem genau“, wie Torsten Peschel anmerkt. Die Produkte seien teilweise sehr teuer, bei der knappen Kalkulation könne man es sich grundsätzlich nicht leisten, auch nur einen oder einen halben Milliliter pro Behältnis zu verschenken. Dabei handelt es sich um kleine Formate ab zehn Milliliter bis 125 Milliliter, die auf der MODULINE verarbeitet werden. Etwas zeitaufwändiger wird es, wenn die Einsätze in den rund 450 Transportpucks formatbedingt zu wechseln sind. Eine automatisierte Puckwechsel-Lösung hätte sich nicht gerechnet, jedoch ein zweiter Satz Pucks. So können die Vorbereitungen für einen großen Formatwechsel noch während der laufenden Produktion getroffen werden. Das ergibt unterm Strich einen wichtigen Wettbewerbsvorteil: „Unsere Wettbewerber können erst ab 50.000 Stück personalisierte Ware zur Verfügung stellen, bei uns geht das ab 10.000 Stück“, verdeutlicht Torsten Peschel. „Mit der Maschine sind wir in der Lage, den Kunden überhaupt in der geringen Stückzahl zu beliefern.“ Die Vielfalt setzt sich fort durch individuelle Verschlüsse bei Schraubkappen, Flip-Kappen, durch Lippenapplikatoren, unterschiedliche Behältnishöhen und -Konturen sowie flächige oder transparente Bedruckungen. 

Zukunftssicherung ohne Zusatzkosten

Die Möglichkeit der Flaschenverarbeitung kommt bisher noch nicht zum Tragen. Laut Torsten Peschel ist es dennoch „ein zusätzlicher Benefit, dass man bei der Investition nicht nur auf einen Behältnistyp setzt, sondern im Zweifelsfall die Anlage mit Flaschen und Tiegel auslasten kann.“ Dabei kann die Anlage mehr als „nur“ flexibel: Auch Losgrößen von 500.000 Stück werden beim europäischen Marktführer auf der MODULINE hergestellt. Bis zu einem Füllvolumen von 125 ml bleibt die Leistung konstant bei 200 Stück/Min. Flaschen könnten aktuell mit einer Ausbringung von 125 Behältnisse/Min. verarbeitet werden.

Einen wichtigen Vorteil, den Torsten Peschel im Anlagen-Konzept erkennt, ist die stehende Verarbeitung. „Das war wirklich eine Voraussetzung, die wir mit dem Projekt erreichen wollten – alle Tuben gesetzt zu verpacken.“ Die Überlegung war, die einmal erzielte Sortierung und Ordnung bis in den Versandkarton hinein beizubehalten. Dies ist beim klassischen Tubenfüller nicht gegeben. Die Außendienstler von ADA erkennen darin ein wesentliches Qualitätsmerkmal, wenn Kunden beim Öffnen des Kartons ein sortiertes, ordentliches „Bild“ vorfinden. Und wie steht es mit der Prozess-Sicherheit? „Wir sind sehr zufrieden. Es war ein Entwicklungsprojekt und uns war klar, dass wir im ersten Jahr irgendwelche Dinge entdecken werden. Aber diese wurden alle gelöst – ohne wenn und aber.“ Den Wirkungsgrad der Gesamtanlage gibt der CPO heute mit größer 90 Prozent an. Nicht zuletzt ist der Service von herausragender Bedeutung in der Frage, wie effektiv ein Unternehmen produzieren kann. ADA hat ein Fernwartungsmodul von Optima installiert und kann somit online in ein Diagnoseverfahren einbezogen werden. Zudem legt das Unternehmen großen Wert auf die Lieferfähigkeit bei den wichtigsten Teilen im Bereich der Antriebe und Mess-Systeme, die innerhalb von 24 Stunden geliefert sein müssen.

Dieser Bericht ist im Optima Magazin o-com consumer/nonwovens 01 | 2017 erschienen

 Mit freundlicher Genehmigung von ADA Cosmetics International GmbH

Echte Hotel-Persönlichkeiten und das bereits in kleinen Auflagen.
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