Green Packaging statt Greenwashing

Green Packaging statt Greenwashing

Green Packaging statt Greenwashing

Nachhaltigkeit ist ein Zukunftsthema, bei dem heute die Weichen gestellt werden und übergreifende Strategien erforderlich sind. Dass man dabei nicht immer das Rad neu erfinden muss, zeigen zwei nachhaltige Verpackungslösungen, die bei Optima (mit-)entwickelt wurden. Eine davon wurde mit dem Deutschen Verpackungspreis ausgezeichnet, die andere ist in der Auswahl für den Innovationspreis Klima und Umwelt des Bundesministeriums für Umwelt. Die Maschinentechnologien von Optima Nonwovens sind vorbereitet auf die neuen Packmaterialien und bewähren sich im Praxiseinsatz.

"Gerade in Hinblick auf nachhaltige Lösungen gehen wir dieses Thema heute gemeinsam und viel früher an, vom Packmittel über die Maschine bis hin zum gesamten Lebenszyklus des Packmittels und der Maschine“, erklärt Dominik Bröllochs, Group Sustainability Manager der Optima Unternehmensgruppe. Das gehe nur noch im Netzwerk. So würden die Projektlaufzeiten massiv verkürzt, Risiken minimiert und Ergebnisse verbessert. Am Beispiel Windelverpackung präsentiert Dominik Bröllochs dazu eine Lösung, die sowohl dem Marketing als auch der Ökologie gerecht wird: den Sleeve Bag, eine zu 100 Prozent rezyklierbare Mono-Polyethylen(PE)-Verpackung für Papierhygieneprodukte wie z. B. Windeln, Binden oder auch Toilettenpapier.

Produktschutz, Recyclingfähigkeit und Diversifikation

Windeln oder Binden enthalten Super-Absorber, um Körperflüssigkeiten sicher aufsaugen zu können. Um den notwendigen Produktschutz, vor allem für den Super-Absorber, vom Hersteller bis zum Kunden zu gewährleisten, sind Kunststoffverpackungen notwendig. „Wir vertreten hier die Meinung, dass es nicht das eine Verpackungsmaterial für unterschiedliche Produkte gibt, das besonders ökologisch ist. Es ist nicht sinnvoll, grundsätzlich alles auf Papier umzustellen“, so Bröllochs. Unbedruckte Mono-Kunststoffe erreichen heute über sortenreines Recycling eine Qualität, die dem Ausgangsmaterial in nichts nachstehen. Deshalb wird hier gemeinsam mit den Produkten ein Papier- oder PE-Sleeve vollautomatisiert in transparente Beutel eingebracht. Nur der Sleeve ist aufmerksamkeitsstark bedruckt. Der Beutel mit Inhalt wirkt straff und hochwertig. Der Einsatz von Monomaterialien und die lose Verbindung von Beutel und Sleeve ermöglichen die Trennung beim Verbraucher oder spätestens im Recycling-Werk durch bestehende Sortiertechnologien. Die Verpackung wird unkompliziert über das duale System entsorgt. Für den transparenten Polyethylen-Beutel kann klassisches PE, Recycling-PE sowie bio-basiertes PE und biologisch abbaubares PE eingesetzt werden.

Highspeed durch das Shuttle
Die Damenhygieneprodukte werden mit Highspeed durch das Shuttle in die geöffnete Packung geschoben.

Bei der bisherigen Lösung am Markt (bedruckte PE-Beutel) ist kein echtes Recycling, sondern nur ein Downcycling möglich, was nicht dem Ziel der Kreislaufwirtschaft entspricht. Wird der transparente Sleeve Bag hingegen recycelt, entsteht qualitativ hochwertiges Recycling-Material, aus welchem wieder ohne Qualitätseinbußen PE-Beutel entstehen können. Der Sleeve Bag bietet die Chance auf einen echten Cradle-to-cradle-Kreislauf so Bröllochs. Recycling nach dem Cradle-to-Cradle-Prinzip bedeutet, dass das Material immer wieder für dasselbe Produkt wiederverwendet werden kann und auch wird, weil es sich um reine Materialien handelt. Wenn der bedruckte Einleger (notwendig für Marketing, Barcode usw.) aus Papier besteht, ist auch bei diesem ein hochwertiges Recycling gewährleistet. Für Papier werden schon lange Entfärbungstechnologien eingesetzt, weshalb die Druckfarbe aus den Fasern entzogen werden kann. So können die eingesetzten Papierfasern nach dem Recycling für den Sleeve wiederverwendet werden. Die Materialwahl für den Einleger, also ob PE oder Papier, ist abhängig von der Nachhaltigkeitsstrategie des Kunden und von dem jeweiligen Land, in welchem die Verpackung auch in die Entsorgung geht.

Recyclingfähige Kunststoffverpackungen gibt es mittlerweile viele auf dem Markt. Beim Thema Design for Recycling sollte aber auch bedacht werden, dass beim Design der Verpackung das Verpackungsmaterial im späteren Leben einen hohen Wert hat und einen dementsprechenden Abnahmemarkt. Am Beispiel des Sleeve Bags: Transparentes Recyclingmaterial ist eines der gefragtesten Recyclingmaterialien am Markt mit einem hohen Wert. So wird die Chance eines Wiedereinsatzes drastisch erhöht. Optima ging hier einen Schritt weiter und spricht nicht mehr von Design for Recycling, sondern von Circular Design, da man die Wertstoffströme in die Betrachtung miteinbezieht. Nach Design for Recycling ist Circular Design der nächste notwendige Schritt für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft, betont Bröllochs.

Die Chance auf eine funktionierende Kreislaufwirtschaft

Zusammenfassend: Der Sleeve Bag bietet die Chance auf eine funktionierende Kreislaufwirtschaft nach dem Cradle-to-cradle-Prinzip. Das sichere Einbringen des Papiereinlegers und das Ummanteln der Produkte ist ein neuer, innovativer Prozess von Optima. Dieser Prozess lässt sich für bestehende Verpackungsmaschinen nachrüsten, was ebenfalls zur Nachhaltigkeit beiträgt. „Mit dem Sleeve Bag hat Optima eine ehrliche Verpackung entwickelt. Ehrliche Verpackungen sind für uns beim Thema Nachhaltigkeit der einzig richtige Weg, den wir mit unseren Kunden gehen möchten. Der Sleeve Bag zeigt auf, dass nicht immer aufwendige neue Materialien entwickelt werden müssen, sondern der Mut zur Einfachheit einer Verpackung oft schon den Anfang macht. Trotz des auf den ersten Blick simplen Aufbaus ist diese Verpackung innovativ und ökologisch gewinnbringend“, betont Bröllochs. Die Verpackung wurde vom Institut cyclos-HTP als „ausgezeichnet zu 100 Prozent recyclingfähig“ zertifiziert. Das Institut cyclos-HTP GmbH mit Sitz in Aachen prüft und testiert die Recyclingfähigkeit von Verpackungen. Der Sleeve Bag steht zudem in der Auswahl für den Innovationspreis Klima und Umwelt des Bundesministeriums für Umwelt.

Damenhygieneprodukte in Papierbeuteln
Damenhygieneprodukte verpackt Optima nun auch in Papierbeutel. Da der Sleeve Bag aus Monomaterialien besteht, können die einzelnen Verpackungsbestandteile beim Entsorgen durch den Konsumenten einfach getrennt und dem Recycling zugeführt werden. Die Verpackung wurde vom Institut cyclos-HTP als „ausgezeichnet zu 100 Prozent recyclingfähig“ zertifiziert.
Flexible Umstellung der Packmaterialien

Nicht nur im Bereich Verpackungsentwicklung ist Optima aktiv, auch die Maschinentechnologie bietet optimale Voraussetzungen für eine flexible Umstellung von PE auf Papier und umgekehrt, berichtet Bogdan Zaczek, Key Account Manager bei Optima Nonwovens. Alle Maschinenlösungen des Geschäftsbereichs sind flexibel umstellbar. Die Umrüstung dauert nicht länger als ein normaler Formatwechsel. So können ad hoc Tests mit Papier oder Bio-PE beispielsweise gefahren werden. Weitere Optimierungen in puncto Effizienz und Output sind jederzeit möglich. Gemeinsam mit Fripa hat man bei Optima Nonwovens die 100-Prozent-Lösung „Papier in Papier“ zum ersten Mal umgesetzt. Dort werden Toilettenpapierrollen mit der OPTIMA OSR in Papierbeutel verpackt. „Mittlerweile haben wir weltweit weitere Anlagen unserer Kunden für Windeln, Toilettenpapierrollen, Papiertücher und Damenhygieneprodukte auf die Verarbeitung von Papierverpackungen umgestellt“, so Zaczek.
„Uns erreichen zudem immer mehr Anfragen, in denen die flexible Verarbeitung unterschiedlicher Packmaterialien von Anfang an gefragt ist“, ergänzt Markus Urich, ebenfalls Key Account Manager bei Optima Nonwovens. In einem Projekt, in dem es um die Verpackung von Damenhygieneprodukten ging, wurde weltweit erstmals vollständig recycelbares Papier als Packmaterial eingesetzt. In diesem Fall hat sich gezeigt, dass Papier mit minimierter Bedruckung und ohne Kunststoffbeschichtungen für viele Hygieneprodukte durchaus eine Alternative zum PE-Beutel sein kann.

manuelle Zuführung
Papierbeutel werden manuell dem Verpackungsprozess zugeführt.

Die Verpackung wird bald flächendeckend im Handel zu finden sein und wurde sogar mit dem Deutschen Verpackungspreis 2021 ausgezeichnet. Die Jury schreibt hierzu: „Papier ist nicht immer ein sinnvolles Substitut für Kunststoffe, wenn es um FMCG-Verpackungen (FMCG: Fast Moving Consumer Goods) geht. Papier ist hier eine nachhaltige Alternative, die einfach im Papierwertstoffstrom recycelt werden kann.“ Durch die Entwicklungspartnerschaft mit Voith Paper sind bei Optima beste Voraussetzungen gegeben, weitere Verpackungen für Produkte zu entwickeln, bei denen eine Papierverpackung bisher undenkbar schien. Ob Papier, PE oder Bio-PE entscheidend ist, Produktschutz, Nachhaltigkeit und Marketing erfolgreich miteinander in Einklang zu bringen. Die notwendigen Maschinentechnologien sind bei Optima vorhanden. Damit ist den neuen Verpackungslösungen eine erfolgreiche Zukunft sicher. Das Team Sustainability Solutions – Dominik Bröllochs und Ulrich Burkart – sowie die Vertriebsexperten von Optima Nonwovens beraten Sie gerne.

Information
FÜR SIE ENTSCHEIDEND
  • Im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie von Optima entstehen neben ressourcenschonenden Maschinen mit geringem CO2 -Footprint auch nachhaltige Verpackungslösungen.

  • Zwei nachhaltige Verpackungslösungen wurden von Optima (mit-)entwickelt: der Sleeve Bag und die weltweit erste Papierverpackung für Damenhygieneprodukte.

  • Flexibilität ermöglicht Nachhaltigkeit: Alle Verpackungssysteme von Optima Nonwovens lassen sich flexibel von Folien- auf Papierverpackung umstellen und umgekehrt.

  • Zudem Kernbestandteil der Nachhaltigkeitsstrategie der Optima Unternehmensgruppe: Partnerschaften entlang der Wertschöpfungskette und ehrliche Verpackungen.

Dieser Bericht ist im O-COM Magazin Consumer / Nonwovens Dezember | 2021 erschienen.


©

2022
OPTIMA packaging group GmbH - Alle Rechte vorbehalten.