DIE MASCHINENPLATTFORM DER ZUKUNFT

Häufige Produktlaunches. Kleine Losgrößen. Starke Nachfrageverschiebungen. Die Anforderungen an produzierende Unternehmen nehmen zu. Social Media und E-Commerce beschleunigen diesen Trend. Optima entwickelt deshalb eine flexible Maschinenplattform. Eine Vielzahl erster konstruktiver Maßnahmen wird auf der Interpack vorgestellt.
1. Herr Held, was sind die aktuellen Herausforderungen der produzierenden Unternehmen? 
Social Media und Influencer treiben die Nachfrage nach bestimmten Produkten schlagartig in die Höhe. Das gilt insbesondere für die Kosmetikbranche. Häufige Produktlaunches, kleine Losgrößen, sich schnell ändernde Produkt- und Verpackungsdesigns, starke Nachfrageverschiebungen sowie individuelle Produktkombinationen und sogar wechselnde Kombinationen der Inhaltsstoffe sind häufige Anforderungen unserer Kunden. In Asien etwa werden rund fünfzig Prozent aller Produkte über E-Commerce verkauft. Deshalb muss der Onlinehandel schnell reagieren können – die Time-to-Market ist entscheidend. Diese Veränderungen stellen produzierende Unternehmen vor große Herausforderungen. Sie reagierten bisher darauf, indem die Lagerbestände erhöht oder Aufträge nach extern vergeben wurden. Beide Lösungen stellen
kein Zukunftsmodell dar, da sie mit erhöhten Kosten und Abhängigkeiten verbunden sind. Auf der Pack Expo 2018 hat Optima dieses Thema erstmals aufgegriffen und Lösungsansätze präsentiert. 
2. Der Markt ändert sich. Wie ändert sich Optima?  
Der klassische Maschinenbauer hat zwar in manchen Bereichen weiterhin seine Berechtigung, vermehrt wird aber der Solution-Provider gesucht. Ein Lieferant, der den ganzheitlichen Produktionsprozess betrachtet und im ständigen
Dialog ein aus Kundensicht zukunftsfähiges Konzept entwickelt. Ein Lösungsanbieter, der den Prozess der Maschinenbedienbarkeit (Maschine führt Mensch) erneuert und bisherige Limitierungen aufbricht, um dadurch die Agilität und schlussendlich die Reaktionsfähigkeit massiv zu verbessern. Es sind flexible Maschinenlösungen gefragt, die schnell auf neue Produkte und Formate umgestellt werden können.  
3. Ein solch flexibles Maschinenkonzept wurde für die Interpack ausgearbeitet. Wie kam es dazu?
Wir haben unseren Kunden gut zugehört und eine detaillierte Marktstudie im Bereich Kosmetik durchgeführt. Es zeigte sich, dass die einzelnen Marktsegmente (Dekorative Kosmetik, Körperpflege, Haarpflege und Duftwasser) ganz unterschiedliche Anforderungen an uns als Maschinenbauer haben, sowohl leistungstechnisch als auch den Automatisierungsgrad betreffend. Die technischen Aufgabenschwerpunkte wurden aufgrund dieser Anforderungen in einem Lastenheft spezifiziert (siehe Infokasten). 
Technische Eigenschaften welche Maschinenplattformen flexibler machen
Christoph Held erläutert o-com Redakteur Jan Deininger, welche technischen Eigenschaften der Maschinenplattform Produzenten flexibler machen.

Planung und Umsetzung von Maßnahmen
Ein Teil des Projektteams und Jochen Weller, Projektmanager bei Optima Consumer, diskutieren, wie die konstruktiven Maßnahmen am besten umgesetzt werden können.
4. Welche Schlüsse haben Sie daraus gezogen? 
Vor diesem Hintergrund haben wir ein Innovationsprojekt ins Leben gerufen, das wir auf der Interpack 2021 vorstellen werden. Dieses verfolgt das Ziel, ein innovatives und marktgerechtes Produktionssystem zu entwickeln, das unsere Kunden hinsichtlich einer kurzen Time-to-Market unterstützt. Eine individuell konfigurierbare Modulplattform, die alle Anforderungen unserer Kunden – vom Startup bis zum Weltkonzern – abdecken kann. Dafür wurde eigens ein interdisziplinäres Team aus verschiedenen Unternehmensbereichen (Projektierung, Konstruktion, Software, Vertrieb, Marketing, Montage, Service, Einkauf und Projektmanagement) aufgestellt, das räumlich getrennt vom Tagesgeschäft die Anforderungen aus unserem Lastenheft in technische Lösungen umgesetzt hat. Dabei kamen auch Methoden aus dem agilen Projektmanagement  zum Einsatz.
5. Wie erfüllt das Maschinenkonzept die aktuellen Marktanforderungen? 
Es wurde sorgfältig an den Aufgabenschwerpunkten gearbeitet und bereits eine Vielzahl konstruktiver Maßnahmen umgesetzt, die bei den ermittelten Herausforderungen unterstützen. Diese werden auf der Interpack anhand einer
flexiblen Maschinenplattform für das Füllen und Verschließen von Kosmetikprodukten vorgestellt. Diese deckt einen großen Leistungsbereich ab und ermöglicht schnelle Reaktionszeiten auf neue Produkte. Dies ist sichergestellt durch einen modularen Aufbau, der zudem kurze Lieferzeiten vonseiten Optima ermöglicht. Die Maschinenplattform wird kontinuierlich weiterentwickelt und an aktuelle Marktgegebenheiten angepasst. Auch die 3D-Drucktechnologie rückt hier immer mehr in den Fokus. 

6. Welche Vorteile wird dieses innovative Maschinenkonzept den Anwendern bringen?
Maschinenanwender profitieren von einer weiter reduzierten Time-to-Market. Produkte lassen sich schneller auf den Markt bringen als je zuvor. Das gelingt durch Individualität und Flexibilität. Der Vorteil des Konzepts ist, dass viele unterschiedliche Varianten möglich sind – von semi- bis vollautomatisiert. Abhängig vom jeweiligen Anwendungsfall lassen sich unterschiedliche Module (Transportsysteme, Kinematiken, Füllmodule u.v.m.) einfach in die Maschinenplattform integrieren. Immer wichtiger wird auch die Unterstützung des Bedienpersonals. Hier bietet Optima unter dem Stichwort „Maschine führt Mensch“ eine Vielzahl digitaler Tools, die bei der Störungsbehebung oder beim Formatwechsel unterstützen. So sind beispielsweise digitale Schritt-für Schritt-Anleitungen für den Formatwechsel oder Remote Assistance für das Beheben von Prozessproblemen durch Optima Servicemitarbeiter Bestandteil des Life-CycleManagement-Programms OPTIMA Total Care. Dies ist über alle denkbaren Endgeräte möglich – vom Smartphone über das Tablet bis hin zur Augmented-Reality-Brille. Die Unterstützung des Bedienpersonals wird anhand verschiedener Anwendungsfälle auf der Interpack demonstriert. Doch die Unterstützung von Optima setzt schon viel früher an. Wie Maschinenanwender von OPTIMA Total Care profitieren, haben wir auf den Seiten 28 bis 31 beschrieben.  
Reduzierung der Time-to-market
Durch die räumliche Trennung vom Tagesgeschäft konnte sich das interdisziplinäre Team voll auf die Aufgabenstellung fokussieren und erste technische Lösungen für eine modulare Maschinenplattform entwickeln, welche die Time-to-Market erheblich reduzieren.

Meeting Projektmanagement
Neue Herausforderungen erfordern Querdenken und neue konstruktive Lösungen. Deshalb setzt Optima auf agiles Projektmanagement.
7. Wie wird das Innovationsprojekt auf der Interpack vorgestellt? 
Hier möchte ich natürlich noch nicht zu viel verraten. Auf jeden Fall wird das Thema zukünftige Produktionsflexibilität in verschiedenen Facetten eindrucksvoll dargestellt. Zum Beispiel durch einen automatischen Modulwechsel mittels AGV (Automated Guided Vehicle) oder das Prinzip der „Decoupled Production“. Hierbei können Maschinenfunktionalitäten räumlich flexibel angeordnet werden, nicht wie bisher üblich in linearer Anordnung. Weitere spannende Highlights wie vollautomatische Werkzeugwechsel, Cobots im Einsatz und vieles mehr erleben unsere Besucher auf der Messe.
8. Worauf dürfen wir gespannt sein? 
Zukünftig möchten wir unseren Kunden ermöglichen, dass sie sich ihre Maschine individuell nach dem Baukastenprinzip in einem Konfigurator zusammenstellen können – passend zu ihren technischen Anforderungen und ihrer Produktvielfalt. 
Information
FÜR SIE ENTSCHEIDEND
Aufgabenschwerpunkte des Innovationsprojekts:
• Time-to-Market

• Agility

• Factory Automation

• hochflexible Produktionslösungen
• höchste Gesamtanlageneffektivität und Anlagenverfügbarkeit

• Zero Changeover

• optimale Total Cost of Ownership

• 100 %-Qualitätskontrolle

Dieser Bericht ist in der  O-COM Sonderausgabe April 2020 erschienen.

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